Hallo liebe Scholarbook – Community!

In diesem ScholarBlog haben wir ein ganz besonderes Interview für euch in petto. Julia Richter, unsere Skilangläuferin und frischgebackene NCAA Championesse gibt Einblicke in ihr Leben an der University of Utah, ihrem ersten Jahr in den USA, sowie ihrem Triumph Anfang März.


Hi Julia, ich hoffe es geht dir gut! Stell dich doch mal kurz vor für unsere Leser.

Hi, na klar! Mein Name ist Julia Richter und seit August 2018 studiere und trainiere ich an der University of Utah in Salt Lake City. Ich bin 21 Jahre alt und stand schon auf Langlauf-Skiern bevor ich überhaupt laufen konnte. Nachdem ich im Anschluss an das Abitur für ein Jahr den vollen Fokus auf den Sport gelegt habe, habe ich mich entschieden den Schritt in die USA zu wagen. Vorher bin ich für das Zoll Skiteam gestartet.

Wir hatten im Sommer ein Video über deinen Weg in die USA gedreht. Nach 1,5 Semestern in den USA: Wie gefällt es dir an der University of Utah und wie schnell konntest du dich einleben?

Mir gefällt es super gut hier und meine Erwartungen wurden übertroffen. Das Training mit dem Team macht sehr viel Spaß und das Studium gefällt mir auch richtig gut. Als Student-Athlete wird man von allen Seiten unterstützt und hat viele Privilegien. Ich bin jedes Mal aufs neue beeindruckt von den Möglichkeiten die ich hier habe. Der Standort der Uni ist genial für das Training. Innerhalb von 30 min haben wir 6 unterschiedliche Loipen wo wir trainieren können und zu Fuß vom Campus sind es nur 10 min in die Berge. Falls ich doch mal bisschen mehr Stadtleben haben will, dann brauche ich mich nur 10 min aufs Rad zu setzen und bin Downtown.

Wie ist dein Tagesablauf an der Uni? Siehst du große Unterschied zum Alltag in Deutschland?

Mein Tagesablauf ist so gut wie immer von früh bis spät durchgetaktet. Das Training startet bei uns normalerweise ca. 7:30Uhr, über den Mittag habe ich meine Kurse in der Uni. Am Nachmittag haben wir dann bis ca. 17 Uhr Training. Im Anschluss gehen wir gemeinsam als Team essen und dann geht es noch ein wenig an die Hausarbeiten. Mir persönlich gefällt es sehr gut, dass ich den ganzen Tag unterwegs bin und was zu tun habe. Langweilig wird  mir auf jeden Fall nicht.😉

Teamaktivitäten kommen natürlich nicht zu kurz. An den Wochenenden bekommen wir dazu immer Freikarten für Football-, Volleyball- und Basketballspiele und für viele andere Teams, die es an unserer Uni gibt.

Hattest du, vielleicht gerade in der Anfangszeit, einen kleinen Kulturschock?

Einen richtigen Kulturschock hatte ich nicht wirklich. Natürlich war sehr vieles neu für mich. Ich habe mich aber schnell zurecht gefunden mit allem. Mein Team stand mir auch immer zur Seite.

Anfang März bist du direkt in deinem ersten Jahr in den USA NCAA D1 National Champion im Einzel und mit dem Team geworden. Eine absolut außergewöhnliche Leistung! Wie gefallen dir Training, sowie die Infrastruktur mit Regenerationseinrichtungen und Kraftraum, die euch die Uni zur Verfügung stellt?

Die NCAA Meisterschaften in Vermont waren eine unvergessliche Woche für mich. Die Wettkämpfe haben wahnsinnig viel Spaß gemacht. Dann im Einzel zu gewinnen und mit dem ganzen Team am Ende NCAA Champion zu werden, war ein super cooles Erlebnis. Das wir ein super Team sind hat auf jeden Fall eine große Rolle gespielt, dass wir gewonnen haben. Das ist für mich auch der größte Unterschied zum Skilanglauf in Deutschland. Hier steht das Team im Vordergrund und das spiegelt sich natürlich auch im Training wieder, wo sich gegenseitig unterstützt und gepusht wird. Auf diese Weise bleibt auch der Spaß nie auf der Strecke. Für mich ein ganz wichtiger Aspekt, denn der Spaß darf bei allem nie verloren gehen. Zeigen was man kann und dabei Spaß haben. Dies hat bei mir diese Saison ganz gut geklappt denke ich! 😉

Die Trainingseinrichtungen, zu denen wir Zugang haben, sind sehr professionell ausgestattet. Wir haben mehrere Krafträume, Physiotherapien, die man als Athlet immer Zugang hat und wo einem Rund um die Uhr geholfen wird. Mein persönlicher Favorit ist die sogenannte Fuelingstation, wo wir uns vor oder nach dem Training immer was kleines zum Essen holen können um die Regeneration zu unterstützen oder vor dem Training nochmal die Speicher aufzufüllen. Mit Deutschland ist das nicht wirklich zu vergleichen. Die Einrichtungen hier sind super modern und man wird von allen Seiten sehr professionell unterstützt.

Was ist für dich die große Besonderheit deines Sports in den USA?

Der Collegesport in den USA hat eine große Bedeutung und wird außerdem wahnsinnig gut unterstützt. Außerdem hat man als Student-Athlete einen extra Status und gerade wenn wir im Winter viel unterwegs sind, nehmen die Professoren Rücksicht und sind sehr hilfsbereit.

Mit Blick auf die ersten Monate in den USA: Bist du insgesamt glücklich mit deiner Entscheidung in die USA zu gehen? Strebst du an den Bachelor in den USA zu beenden?

Ich bin sehr glücklich den Schritt gewagt zu haben in die USA zu gehen und habe es bisher keine Sekunde bereut! Mein Ziel ist es hier mich sportlich bestmöglich weiter zu entwickeln und in vier Jahren meinen Bachelor Abschluss zu machen.

Vielen Dank Julia! Wir wünschen dir in deinem weiteren Werdegang alles Gute und werden deine weiteren Erfolge akademischer und sportlicher Natur mit Freude beobachten. Wir hoffen, dass du den Spaß am Sport nie verlierst.